Neue Sportarten kennenlernen, andere Kulturen entdecken und einen gesunden Lebensstil fördern: Diese Möglichkeit wollte das Erasmus+ Projekt «Camp Hot and Cold» der Stiftung Sovort Liechtenstein jungen Menschen geben. Viele Jugendliche verbringen heute viel Zeit drinnen und sind stark von digitalen Medien geprägt. Durch abwechslungsreiche Sport- und Outdoor-Aktivitäten, sowohl im Sommer als auch im Winter, sollte das Projekt die jungen Menschen unterstützen, wieder näher an die Natur zu kommen und neue Begeisterung zu wecken.

Ziele des Projekts

Die Ziele des Projekts basierten auf vier zentralen Schwerpunkten. Im Mittelpunkt stand zunächst die Möglichkeit, neue Sportarten zu entdecken. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, eine Vielzahl an Disziplinen auszuprobieren und dabei neue Interessen wie auch versteckte Talente zu erkennen. Gleichzeitig ermöglichte der Austausch zwischen fünf verschiedenen Ländern eine wertvolle kulturelle Bereicherung: Offenheit, Toleranz und ein globales Bewusstsein wurden durch das gemeinsame Erleben und Lernen gefördert.

Ein weiteres Ziel war es, den Jugendlichen ein gesundes Leben näherzubringen. Durch Yoga, vielfältige sportliche Aktivitäten und das gemeinsame Zubereiten nahrhafter Mahlzeiten lernten sie, wie wichtig eine ausgewogene und bewusste Lebensweise ist. Zudem sollten die Jugendlichen die Natur stärker schätzen lernen. Ob im Wasser oder im Schnee – die Aktivitäten in der freien Natur schufen prägende Erlebnisse und förderten ein tieferes Verständnis für die Umwelt.

Herausforderungen und Bedürfnisse

Das Projekt legte grossen Wert darauf, die aktuellen Bedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen. Ein zentraler Aspekt war die Förderung von Diversität und Inklusion: Die Jugendlichen erhielten die Möglichkeit, verschiedene Kulturen und Lebensweisen aus erster Hand zu erleben. Gleichzeitig standen Sport und Gesundheit im Fokus. Aktivitäten im Wasser, am Strand und im Schnee trugen wesentlich zur Förderung von Wohlbefinden und körperlicher Fitness bei.

Ebenso wichtig waren Beziehungen und Freundschaften. Durch den Austausch mit Gleichaltrigen aus unterschiedlichen Ländern konnten die Teilnehmenden neue Kontakte knüpfen und internationale Freundschaften aufbauen, was ihr soziales Netzwerk nachhaltig stärkte. Darüber hinaus leistete das Projekt einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Selbstvertrauen und Resilienz. Herausforderungen während der Camps förderten Mut, Durchhaltevermögen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

So leistete «Hot and Cold» insgesamt einen wertvollen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der Jugendlichen.

«Vielfältige Erlebnisse in drei Programmschwerpunkten»

Während der Projektlaufzeit wurden zwei Camps durchgeführt: das «Hot Camp» im Sommer und das «Cold Camp» im Winter. Das Programm der Camps gliederte sich in drei abwechslungsreiche Schwerpunkte, die den Jugendlichen sowohl sozialen Austausch als auch sportliche und kreative Erfahrungen ermöglichten.

Zu Beginn stand die Gruppenbildung im Zentrum. Spielerische Erwartungsrunden sowie tägliche Reflexionen in den sogenannten «Family Groups» schufen eine vertrauensvolle Atmosphäre. Diese frei gebildeten Kleingruppen boten Raum für Feedback, stärkten soziale Kompetenzen und förderten ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Ergänzt durch Icebreaker, gemeinsame Ausflüge und einen internationalen Abend entstand rasch eine offene und unterstützende Gruppenatmosphäre.

Im zweiten Schwerpunkt fanden zwei Workshops statt, die im Sommer wie auch im Winter neue Impulse setzten. Im «Hot Camp» konnten die Jugendlichen Surfen und Stand-up-Paddleboarding ausprobieren, während das «Cold Camp» erste Schritte im Langlauf ermöglichte und mit einer Schneeschuhwanderung für eindrückliche Naturerlebnisse sorgte. Die Workshops ermutigten die Teilnehmenden, kreativ zu sein, eigene Fähigkeiten zu entdecken und ihre persönliche Verbindung zur Natur zu vertiefen.

Den Abschluss bildeten stimmungsvolle Events, welche die Erlebnisse der Camps würdig abrundeten. Im «Hot Camp» wurde eine fröhliche «Beach Party» mit Spielen, Musik und alkoholfreien Cocktails gefeiert. Das «Cold Camp» endete mit einem Anlass im Jugendtreff Pipoltr in Triesenberg, der Präsentationen, Snacks, das Nähen von Kirschkernkissen und eine kleine Disco umfasste. Die humorvoll gestalteten Präsentationen berührten das Publikum und boten den Jugendlichen gleichzeitig die Gelegenheit, das Erlernte zu zeigen und mit der lokalen Gemeinschaft zu teilen.

Teilnehmende und Hintergründe

Am Projekt beteiligten sich fünf Länder: Liechtenstein, die Slowakei, Estland, Lettland und Portugal. Die Zusammensetzung der Gruppen unterschied sich zwischen dem «Hot Camp» und dem «Cold Camp», wobei beide Durchführungen Jugendlichen aus unterschiedlichen Lebenslagen offenstanden.

Im «Hot Camp» nahmen pro Land jeweils acht Jugendliche sowie ein Jugendleiter oder eine Jugendleiterin teil. Liechtenstein und Portugal wurden zusätzlich von weiteren Leitenden unterstützt. Insgesamt setzte sich die Gruppe aus 41 Personen zusammen, wobei die meisten Teilnehmenden zwischen 18 und 22 Jahre alt waren.

Für das «Cold Camp» waren ursprünglich sechs Teilnehmende pro Land vorgesehen. Aufgrund von Anpassungen hat die Slowakei einen Platz an Portugal abgegeben und Estland brachte zusätzlich eine angehende Jugendleiterin mit ein. So erreichte die Gesamtzahl der Teilnehmenden 32 Personen.

Alle Partnerorganisationen legten einen besonderen Schwerpunkt auf die Einbindung von Jugendlichen mit weniger Chancen. Dazu zählten junge Menschen aus ländlichen Regionen, solche mit Migrationshintergrund oder ohne aktuelle Beschäftigung. Die Workshops waren bewusst niederschwellig gestaltet: Sie standen allen offen und erforderten keinerlei Vorkenntnisse.

Ergebnisse und Wirkung

Das Projekt zeigte eine Vielzahl an positiven Effekten, die weit über die Campdauer hinauswirkten. Viele Jugendliche bewegten sich während der Aktivitäten deutlich mehr als zuvor und entdeckten dabei die Freude am Sport neu. Gleichzeitig förderten die internationalen Begegnungen ein tieferes kulturelles Verständnis: Der Austausch über Grenzen hinweg machte die Teilnehmenden offener, toleranter und neugieriger gegenüber anderen Lebensrealitäten.

Auch das Bewusstsein für gesundheitsfördernde Entscheidungen wurde nachhaltig gestärkt. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten und den Fokus auf ausgewogene Ernährung lernten die Jugendlichen, wie wichtig ein gesundes Gleichgewicht im Alltag ist. Die zahlreichen Outdoor-Erlebnisse führten zudem zu einer stärkeren Verbundenheit mit der Natur und einer wachsenden Wertschätzung für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Ein weiterer zentraler Effekt war die Förderung von Vielfalt und Inklusion. Das Erleben unterschiedlicher Hintergründe und Perspektiven trug zu einem respektvollen Miteinander bei. Darüber hinaus entstanden viele neue internationale Freundschaften, von denen zahlreiche über das Projekt hinaus bestehen bleiben. Nicht zuletzt stärkten die Herausforderungen während der Camps das Selbstvertrauen der Jugendlichen: Sie entwickelten Resilienz und nahmen Mut und Zuversicht für zukünftige Situationen mit.

Organisation: Stiftung Sovort Liechtenstein
Projektpartner: ProAtlantico – Associacao Juvenil (Portugal), Centrum vol’neho casu Strojarenska (Slowakei), IZGAISMO IDEJU (Lettland), MTÜ Noortevahetuse Arengu Ühing EstYES (Estland)
Dauer: 1. Januar 2024 bis 30. November 2025
Fördersumme: 72’856 €