Ende 2025 konnte der Verein CIPRA International das Erasmus+-Projekt «Via Alpina Youth» erfolgreich abschliessen. Drei Jahre lang arbeitete das internationale Projektteam daran, jungen Menschen den Zugang zur Via Alpina und zu alpinen Naturerlebnissen zu erleichtern.

Hintergrund und Ziele

Ausgangspunkt des Projekts war die Beobachtung, dass viele Jugendliche – insbesondere jene mit weniger Möglichkeiten – kaum Zugang zu Bergwelten oder mehrtägigen Wanderungen haben. «Via Alpina Youth» setzte genau hier an: Das Projekt wollte Barrieren abbauen und zeigen, dass Naturerfahrungen grundsätzlich allen offenstehen.

Gleichzeitig bestand ein grosser Bedarf an Umweltbildung in der Natur sowie an interkulturellen Lernangeboten, die Wandern, Zelten und Klimabewusstsein miteinander verbinden. Die interdisziplinäre Partnerschaft ermöglichte es den beteiligten Organisationen, Wissen auszutauschen und neue Kompetenzen aufzubauen.

Im Zentrum standen die Förderung von Inklusion und der Abbau von Hürden. Das Projektteam entwickelte neue pädagogische Ansätze, etwa zum verantwortungsvollen Biwakieren, und verknüpfte Umweltbildung mit praktischen Erlebnissen. Zudem sollten inspirierende Zukunftsbilder sichtbar gemacht und nachhaltige Initiativen im Alpenraum miteinander vernetzt werden. Ein wichtiges Ziel war es, die Weitwanderroute Via Alpina für junge Menschen zugänglicher zu machen – unabhängig von finanziellen Ressourcen, Erfahrung oder Ausrüstung. Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, das Thema Inklusion in Organisationen zu verankern, die bisher wenig damit befasst waren. Durch Medienarbeit und «JS»-Aktivitäten wurde das erarbeitete Wissen breit gestreut.

Durchführung

Während der Projektlaufzeit entstand eine Vielfalt an Aktivitäten. Drei inklusive Jugendcamps gaben jungen Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen die Möglichkeit, alpine Natur hautnah zu erleben und neue Kompetenzen zu entwickeln. Anschliessend wurden die wichtigsten Lernerfahrungen der Camps in einem One-Pager zusammengefasst. Weiters wurden ein mehrsprachiges Booklet zum Thema Inklusion sowie eine Checkliste für inklusive Aktivitäten, die Organisationen praktische Hilfestellungen bieten, erarbeitet. Zwei Lernmodule wurden entwickelt und getestet und ein Online-Event zum Thema Inklusion fand statt.

Zwei weitere internationale Austausche «Yes we camp» zwischen Deutschland und Frankreich vertieften das Thema Biwakieren und führten zu Materialien wie einem Booklet über verantwortungsvolles Biwakieren, Regeln in den Alpenländern und innovative Methoden, Lösungen anzugehen. Zudem fanden vier Meetings zur Erarbeitung von Empfehlungen statt. Das Thema wurde in den öffentlichen Diskus gebracht, ein pädagogischer Artikel über Aktivitäten rund um Bergseen, einem Podcast sowie einer Postkarte.

Auch nationale Aktivitäten wurden umgesetzt, darunter 15 «Visit Utopias»-Besuche sowie zwei Utopia-Exkursionen in der Schweiz. Jugendliche besuchten nachhaltige Zukunftsprojekte und hielten ihre Eindrücke in Videos und Artikeln fest. Zusätzlich fanden zwei Online-Talks zu Utopien in den Alpen statt, einer zu Ökonomie und Aktivismus, der andere zu einer inspirierenden Einzelperson. Weitere zwei Podcasts wurden veröffentlicht.

Auch Fachpersonen profitierten von Job Shadowings und Medienworkshops, die den Wissensaustausch über Ländergrenzen hinweg stärkten. Dies beinhaltete zwei «JS»-Treffen, zwei Podcasts und ein Training für Jugendfachpersonen. Für die Partnerorganisationen wurden zudem zwei Online-Media-Workshops angeboten. Dank Kofinanzierung und geringeren Ausgaben konnten sogar mehr Aktivitäten umgesetzt werden als ursprünglich geplant.

Ergebnisse

Alle gesetzten Projektziele wurden erreicht, einige sogar übertroffen. Besonders wertvoll war, dass das Thema Inklusion in Organisationen Fuss fasste, die bisher wenig damit gearbeitet hatten. Jugendliche lernten, sich sicher und respektvoll in alpinen Räumen zu bewegen, und setzten sich mit Klimawandel, Nachhaltigkeit und internationaler Zusammenarbeit auseinander. Viele sammelten erstmalig Erfahrungen in einem internationalen Umfeld und entwickelten neue Fähigkeiten und Selbstvertrauen.

Parallel entstanden neue Partnerschaften und mehrere Folgeprojekte wurden bereits angestossen. Die entwickelten Materialien sind praxisnah, mehrsprachig und langfristig nutzbar. Die intensive Kommunikation sorgte dafür, dass sowohl die Via Alpina als auch die vermittelten Zukunftsbilder ein breites Publikum erreichten.

Die Verknüpfung von Outdoor-Erlebnissen, pädagogischer Begleitung und internationalem Austausch schuf ein Netzwerk, das über das Projekt hinauswirkt. «Via Alpina Youth» hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch neue Perspektiven eröffnet: für Jugendliche, die erstmals Berghorizonte entdeckten, ebenso wie für Organisationen, die ihre Arbeit inklusiver und nachhaltiger gestalten möchten.

Organisation: Verein CIPRA International
Projektpartner: CIPRA Deutschland, CIPRA France, CIPRA Italia, CIPRA Südtirol im Dachverband für Natur und Umweltschutz, CIPRA Slovenija drustvo za varstvo Alp, Wild Routes APS, En Passant Par la Montagne, Aurelia eV
Dauer: 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2025
Fördersumme: 400’000 €