Das Erasmus+-Projekt «Kreative Agilität» wurde im April 2026 von der Kubus Kulturvermittlung gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Deutschland und Österreich erfolgreich abgeschlossen. Die Erfahrungen aus einem früheren Projekt zeigten, dass Teilnehmende kreativer und agiler Trainingsangebote zwar viele neue Methoden kennenlernen, deren Anwendung im Berufsalltag jedoch oft eine Herausforderung bleibt. Deshalb entwickelten die Projektpartner einen neuen Ansatz, der nicht nur die Schulung der Teilnehmenden, sondern auch den nachhaltigen Transfer des Gelernten in Organisationen in den Mittelpunkt stellt. 

Ein Gesamtpaket für kreative und agile Organisationen 

Ziel des Projekts war es, Organisationen ein praxisnahes Gesamtpaket zur Förderung kreativer und agiler Arbeitsweisen zur Verfügung zu stellen. Nach den Trainings sollten die Teilnehmenden in der Lage sein, die erlernten Methoden selbstständig in ihrem Arbeitsumfeld einzusetzen. 

Um dies zu unterstützen, wurden drei Organisationen über mehrere Monate individuell begleitet: eine Abteilung der liechtensteinischen Landesverwaltung sowie ein produzierendes Unternehmen und eine Bildungseinrichtung in Deutschland. Zusätzliche Monatsimpulse, ein sogenannter «kreagiler Kompass» als Orientierungshilfe für die eigene Weiterarbeit sowie eine digitale Probe-App mit zahlreichen Kreativitätsmethoden und Übungen halfen dabei, das Gelernte nachhaltig zu festigen. Langfristig sollte so ein Verständnis für kreative Agilität entstehen, das eine eigenständige Anwendung auch ohne externe Begleitung ermöglicht. 

Neue Methoden, Transferprozesse und digitale Werkzeuge

Das Projekt umfasste fünf Arbeitspakete: Projektmanagement, Trainings, horizontaler Transfer, vertikaler Transfer sowie das abschliessende Handbuch. Neben der Steuerung und Qualitätssicherung wurden neue Trainingsmethoden entwickelt und in drei Organisationen erprobt. 

Ein wichtiger Schwerpunkt lag auf dem horizontalen Transfer, also der Verankerung in Teams und Organisationsstrukturen. Dafür wurden Organisationsanalysen durchgeführt, passende Prozesse entwickelt und konkrete Massnahmen erarbeitet. Als Werkzeug entstand dabei die «Organisationslandkarte», mit der sich abbilden lässt, wo kreative Agilität in einer Organisation ansetzen kann. 

Ergänzend entstand ein Konzept für den vertikalen Transfer, der die individuelle Anwendung im eigenen Arbeitsprozess unterstützt. Zentraler Bestandteil war die Entwicklung einer digitalen Probe-App mit über 200 Kreativ-Strategien, Übungen und Impulsen für die selbstständige Anwendung. Sie erwies sich im Projektverlauf als besonders niederschwelliger Einstieg. Alle Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt wurden abschliessend in einem umfassenden Handbuch zu kreagilen Transferprozessen festgehalten. 

Die Methoden unterscheiden sich von allem, was ich bisher an Methoden kannte, und eignen sich hervorragend. – Teilnehmer aus einer Deutschen Organisation

Mit der Massnahme «Trainer in Residence» waren wir immer für mehrere Tage vor Ort in der Organisation. Wir konnten in den Organisationsalltag eintauchen, neben verabredeten Massnahmen konnten wir auch spontan angesprochen und hinzugezogen werden. Zwei bezeichnende Rückmeldungen aus unterschiedlichen Organisationen: «Ich kann mit Euch sprechen wie mit Kollegen, ihr kennt den Betrieb.» – «Auch wenn ich gerade nicht auf euch zurückgreife, es ist sehr gut zu wissen, dass ihr da seid.» Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es im Kern nicht um Organisationen geht, sondern um Menschen, die sich miteinander organisieren.

Umfangreiche Ergebnisse mit nachhaltiger Wirkung 

Das Projekt führte zu einer Reihe praxisorientierter Ergebnisse. Dazu gehören neue Trainingskonzepte, Instrumente zur Organisationsanalyse, Prozessdesigns sowie umfangreiche Massnahmenkataloge für den horizontalen und vertikalen Transfer. Besonders hervorzuheben sind die digitale Probe-App und das zweisprachige Handbuch zur Kreativen Agilität mit über 70 Seiten Umfang.

Auch auf organisatorischer Ebene wurden wichtige Meilensteine erreicht: Vier transnationale Treffen, zahlreiche Online-Abstimmungen, eine gemeinsame Projektwebsite (www.kreative-agilitaet.eu) sowie umfassende Qualitäts- und Wirkungsanalysen begleiteten die Projektarbeit. Mit den entwickelten Instrumenten leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu hochwertigem, flexiblem Lernen in der Erwachsenenbildung und stärkt gleichzeitig die Kompetenzen von Trainerinnen und Trainern sowie Erwachsenenbildnerinnen und -bildnern in herausfordernden und sich wandelnden Arbeitswelten. 

Organisation: Kubus Kulturvermittlung
Projektpartner: Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg (Deutschland), SPES GMBH (Österreich)
Dauer: 1. März 2024 bis 30. April 2026
Fördersumme: 250’000 €